Bulimie-Beratung: bundesweit Ansprechpartner finden

Bulimiker sind mit ihrem Leiden nicht allein. Bei örtlichen Beratungsstellen und im Internet können sie Ansprechpartner finden und sich außerdem mit anderen Betroffenen austauschen.

Wer nach dem Essen immer wieder erbricht, Fressattacken erleidet und das Essen mit Abführmitteln und Sport dann wieder loszuwerden versucht, leidet höchstwahrscheinlich an einer Bulimie. Beratung zu finden ist für die Betroffenen nicht einfach, da sie sich häufig mit ihren Problemen zurückziehen. Sie sind meist normalgewichtig, aber ihre Gedanken drehen sich nur noch ums Abnehmen und Essen; ein gesunder Essrhythmus und ein natürliches Sättigungsgefühl sind nicht mehr vorhanden. Oft kommen auch noch andere Probleme wie übertriebener Perfektionismus, Probleme mit dem Selbstwertgefühl und Abgrenzungsschwierigkeiten gegenüber Freunden und Eltern hinzu. Die Folgen der Bulimie können für die Psyche und den Körper schwerwiegend sein: Das Erbrechen greift die Speiseröhre an, Zahn- und Hautschäden treten auf, die Haare fallen aus, und auch die Herz- und Nierenfunktion kann die Bulimie beeinträchtigen. Auch weitere psychische Störungen wie Depressionen oder andere Süchte können hinzukommen.

Wenn sich Bulimiker aber dazu durchgerungen haben, Hilfe zu suchen, können sie sich an viele Beratungsstellen wenden: Beratungen für Essgestörte, Familienberatungszentren, Suchtberatungen, psychotherapeutische Studentenberatungsstellen, Selbsthilfegruppen oder psychosoziale Dienste bieten zumeist Kriseninterventionen, erste Beratungen und Gruppentherapien an. Sie können auch Adressen vermitteln, da sie die Kliniken und Therapeuten vor Ort kennen. Betroffene können auch Kliniken mit Spezialambulanzen oder niedergelassene Therapeuten kontaktieren. Im Internet finden sich nützliche Seiten, um sich einen Überblick über das vielfältige Beratungsangebot zu verschaffen. So kann man zum Beispiel Suchmaschinen aufrufen, in denen man bundesweit nach Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Kliniken und Psychotherapeuten suchen kann. Auch Klinikbewertungen lassen sich finden, die nach Bundesländern aufgeschlüsselt sind. In diesen berichten ehemalige Patienten von ihren Erfahrungen, die zum Beispiel die Therapieangebote, Essenspläne und Gruppengrößen betreffen.

Wer sich nicht zu einem Therapeuten traut oder den Besuch nicht mit dem Berufsalltag vereinbaren kann, kann alternativ online Beratung in Anspruch nehmen. Dort kann man Therapeuten und Sozialpädagogen per E-Mail kontaktieren oder anrufen oder per Chat mit ihnen kommunizieren. Auch in offenen Telefonstunden von Beratungsstellen und Kliniken können Betroffene Hilfe finden. Manche der Angebote sind kostenlos. Auf Beratungsseiten im Internet kann man außerdem andere Betroffene per Chat kontaktieren oder sich auf Foren mit ihnen austauschen. Es gibt außerdem wissenschaftlich fundierte Online-Therapien, die man durchführen kann.